4gewinnt Improtheater Braunschweig

4gewinnt spielt große Dramen

Am Samstag, 27. Juni wird es im Roten Saal in Braunschweig “Ganz erlesen”, denn dann spielen wir Impro aus dem Bücherregal. Dazu brauchen wir einen Schauspielführer und eure Vorgaben. Wir lesen wenige Zeilen einer Zusammenfassung und lassen wir uns von den Dramen der Weltliteratur zu unseren eigenen Improtheaterstücken inspirieren – ganz spontan und ohne die Stücke zu kennen.

2015-01-23_Roter_Saal_05

Herauskommen können Geschichten, wie diese, die von dem Stück „Trilogie des Wiedersehens“ von Botho Strauß inspiriert war:

Kurz vor der Vernissage der Ausstellung “Kapitalistischer Realismus” warten Moritz, der Direktor des Kunstvereins, dessen Frau Susanne, der Schauspieler Franz und Elfriede auf deren Mann, Kiepert. Dieser ist im Vorstand des Kunstvereins. Die fünf sind Weggefährten, die sich kritisch mit der Gesellschaft und ihrem Wirtschaftssystem auseinander setzen. Auf den ausgestellten Bildern sind Menschen mit fratzenhaftigen Gesichtern zu sehen, die sich gegenseitig das Geld aus der Tasche ziehen.

Während sie auf Kiepert warten, kommt es zum Streit. Es geht darum, ob die Ausrichtung der Galerie noch die richtige ist. Eine Zweiteilung der Gruppe scheint sich anzubahnen – in die um den Direktor Moritz, die mit der ausgestellten Kunst gesellschaftlich etwas bewegen und Fragen stellen wollen und in die, die am Kunstmarkt partizipieren und Geld mit der Kunst verdienen wollen. Kiepert kommt, der Streit eskaliert, alte Wunden brechen auf. Der Abend endet damit, dass jeder der alten Freunde seines Weges geht.

Nach Jahren kommt es zum erneuten Wiedersehen. Alle sind gealtert. Kiepert ist größenwahnsinnig und will immer höher hinaus. Er will mehr und mehr Geld mit der Kunst verdienen. Doch dann trifft er auf eine junge linke Aktivistin. Er lässt sich auf sie ein und steht, wie vor Jahrzehnten vor der Frage, wofür er eigentlich steht – Kapitalismus oder Kapitalismuskritik? Kiepert trennt sich von der Aktivistin und kehrt zum Kapitalismus zurück. Erneut Jahre später trifft er seine Ex-Frau und seine alten Weggefährten wieder. Es ist ihr drittes Wiedersehen. Nun hat Kiepert in Susanne eine Mitstreiterin gefunden. Gemeinsam wollen sie gegen den Direktor arbeiten und die Galerie zu einem hohen Preis zum Verkauf bringen. Die Gier der beiden hat gesiegt und Moritz ist geschlagen. Bei uns wurde aus dem Stück eine Geschichte über Freundschaft und die Frage, wofür man eigentlich steht.

Wir sind schon sehr gespannt, welche Geschichten nächste Woche auf die Bühne kommen und welche Vorgaben ihr uns macht. Los geht es um 20:00 Uhr im Roten Saal. Ticktes gibt es auf unserer Website.