Solo-Improvisation bringt das Publikum nach Puerto Rico im Jahr 2024

Das war nicht geplant. Thomas fiel direkt am Abend erkrankt aus und so wurde aus dem KULT-Abend gestern aus einer Duo-Impro eine Solo-Improvisation. Eine Premiere für 4gewinnt. So entführte Fabian ganz allein das Januar-Publikum nach Puerto Rico – Matthias brachte die nötigen Salsa und Limboklänge bei:

Im Jahr 2024 ist die Insel in der Karibik gezeichnet vom Klimawandel. Wegen vieler Hurricans leben die Latinos und Latinas der Insel in Armut. (Der letzte Tropensturm der Mega-Stärke 6 trug übrigens den Namen Donald) In dieser Welt lebt Esmeralda, sie ist eine junge und schöne Latina, die ihren José liebt. Sie ist allerdings gleich in der ersten Szene am Boden zerstört und heult am Strand, denn José ist mit Maria im Fischerboot seines Vaters auf dem Weg in die USA, um ein besseres Leben zu beginnen. Das Glück einer Latina ist ihr nicht hold – im von Machos geprägten Lateinamerika ist es 2024 für jede Frau das Ziel einen echten Latino-Mann zu heiraten. Derart ist auch Esmeraldas Vater gekränkt und macht Josés Vater Carlos Ramirez Vorwürfe, doch der bleibt hart – er habe seinem fleißigen Sohn zu Recht Boot, Maria und die Überfahrt verschafft. In der Ehre der Latina gekränkt läuft Esmeralda fort. Gleich hinter der Stadt San Juan steht eine Hütte in der ein Pastor schon seit Jahren Gott anbetet, dass die Amerikaner endlich Dollars über der Insel regnen lassen sollen. Esmeralda tritt in die Hütte und wendet sich an Gott für ein Zeichen – schließlich ist Puerto Rico katholisch! Derweil sitzen José und Maria im Boot auf dem Meer. Maria träumt von der Zukunft mit José. Dieser ist ehrlich zu ihr und sagt ihr, dass er Esmeralda nur verlassen hat, weil Marias Vater ihm 1.000 Dollar gegeben hat, wenn er Maria mit nimmt und ehelicht. Das freut die naive Maria umso mehr, denn endlich bekommt sie ihren Traum: Mann und Geld. Doch da kommt das Zeichen Gottes: Ein Sturm kommt auf und lässt das Boot der beiden auf dem offenen Meer kentern. Esmeralda hingegen bekommt das Zeichen nicht mit, sie verlässt die Gotteshütte, enttäuscht von Gott, der wieder nicht geantwortet hat, wo sie ihn doch so dringend brauche. Sie besinnt sich auf sich: Wenn du eine helfende Hand suchst, du findest sie am Ende deines Armes! Wie bekehrt ändert sie ihren Traum und will ab nun an nicht mehr die männersuchende, gefühlsgesteuerte Latina sein – nein, sie will ihren Verstand einsetzen, ihre Intelligenz um neue Lebenskraft zu schöpfen. Sie wird zur selbstbewussten Frau und fährt mit dem Taxi zu Carlos Ramirez, um ihn zur Rede zu stellen über seinen Sohn. Währenddessen hat Esmeraldas Vater ein gekentertes Boot am Strand gefunden…das Boot von José und Maria, er ruft Carlos an und ruft ihn herbei. Doch der kann seine Wohnung nicht verlassen: Esmeralda fertigt ihn gerade ab und als er erwähnt, dass sein Sohn 1.000 Euro für die Ehe mit Maria erhalten und angenommen hat, da bricht sie endgültig mit der Tradition der Latina, den Latinos zu folgen. Denn die Machos hecken alles nur als List aus, täuschen, zinken die Karten und verführen – ab jetzt wird alles für sie möglich, was vorher undenkbar war für die Macho-Gesellschaft um sie herum. Eine vorletzte Szene zeigt den trauernden Carlos am Boot seines ertrunkenen Sohnes, der als er im Boot die 1.000 Euro findet vor Dankbarkeit überschäumt „Das Geld ist gerettet“ – er verfällt in einen Wahn, während Esmeralda und ihr Vater daneben stehen: Sie offenbart ihrem Vater ihr neues Ziel im Leben…Sprung ins Jahr 2027: In der letzten Szene trinken zwei alte Männer Kaffee und rauchen Puros, ganz San Juan ist mit Girlanden geschmückt, heute hat die neue Präsidentin Esmeralda der Republik Puerto Rico die  Unabhängigkeit erklärt – ein Volk nimmt sein Schicksal selbst in die Hand. Die beiden alten Machos sind stolz auf ihre Präsidentin: Eine echte Frau! Eine neue Latina!